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Neue Wege gegen Organ-Abstoßung
: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat möglicherweise einen Weg gefunden, Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen zu verhindern. Vor der Operation werden die in der Thymusdrüse gebildeten weißen Blutkörperchen durch Bestrahlung abgetötet. Nach der Transplantation einer Lunge wandern lungeneigene Blutkörperchen in die „neutralisierte“ Thymusdrüse ein und vermehren sich dort. Der Thymus lernt um, das Blut schützt nun nicht mehr nur eigene Organe, sondern auch das neue Organ. Es wird nicht mehr abgestoßen. Das Verfahren funktionierte bei 5 von 10 Versuchen an Schweinen und wurde bei zwei Re-Transplantationen von Mukoviszidose-Patienten mit Erfolg angewandt, wie die Hannoversche Allgemeine am 14.04.03 berichtete. Auch durch Antikörper gegen Interleukin-2-Rezeptoren kann die Häufigkeit von Abstoßungsreaktionen möglicherweise verringert werden, wie die Ärztezeitung am 15.04.03 berichtete.
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Obwohl einer forsa-Umfrage zufolge etwa 70 Prozent der Deutschen bereit wären, nach dem Tod ihre Organe zu spenden, gaben nur zwölf Prozent an, einen Organspendeausweis zu haben. Neben der Verbreitung von Organspendeausweisen wäre die stärkere Motivation der Krankenhäuser ein Weg, der Organknappheit zu begegnen. Denn der im Transplantationsgesetz festgeschriebenen Verpflichtung zur Spendermeldung kommen nur etwa 44 Prozent der Krankenhäuser nach. Lungentransplantationen wurden 2001 insgesamt 139 mal vorgenommen - die häufigste Indikation war hier die Mukoviszidose, wie die Ärztezeitung am 16.August 2002 berichtete.
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Transplantationskliniken melden sich bei Eurotransplant zeitweilig ab, wenn sie organisatorisch gerade keine Transplantationen durchführen können, z.B. wegen Krankheit des transplantierenden Chirurgen. Im Falle Jena wurde die Patienten auf der Warteliste der Klinik davon nicht unterrichtet („Report“ ARD 09.12.02, Süddeutsche Zeitung, 04.12.02). "80 Prozent aller Organe kommen nachts, am Wochenende und an Feiertagen rein ",sagte ein Chirurg. "Wenn man dann schon 24 Stunden durchgearbeitet hat, muss man auch im Sinne des Patienten eine weitere Operation ablehnen." Trotz allen Verständnisses für etwaige Engpässe in Kliniken: Jeder Patient habe ein Recht, von den Abmeldungen zumindest zu erfahren, beklagte Ulrich Boltz vom Bund der Organtransplantierten bereits im Juni 2001 während einer Sitzung der Bundesärztekammer.
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Daten, die einen Vergleich der Transplantationsergebnisse zwischen den einzelnen Zentren ermöglichen würden, werden bislang nicht veröffentlicht, obwohl Paragraph 10 des Gesetzes dies verlangt. Die Spitzenverbände des Gesundheitswesens konnten sich über eine Veröffentlichung ebenso wenig einigen wie über eine Mindestzahl an Transplantationen, die für eine Zulassung als Zentrum notwendig ist (Ärztezeitung 19.12.02).
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Der Essener Chirurg Professor Christoph Broelsch hat vorgeschlagen, Lebendspender von Organen mit 5000 bis 10 000 Euro für Risiken und Unannehmlichkeiten zu entschädigen. Broelsch hat in Essen bei mehreren Patienten aus Israel Organe transplantiert, die ihre Spender mitgebracht haben. Nach der OP habe der Spender 7000 US-Dollar vom Empfänger erhalten. "Was nach der Operation passiert, hat mich nicht zu interessieren", so Broelsch. Bei deutschen Transplantationsmedizinern stoßen die Vorschläge auf große Skepsis. "Solche Vorschläge sind kontraproduktiv", so Professor Ulrich Frei von der Charité Berlin. Außerdem müssten zuvor allgemein gültige Kriterien gefunden werden, nach denen die Freiwilligkeit einer Lebendspende beurteilt werden könne. (Ärzte Zeitung, 17.12.2002). Die meisten Deutschen lehnen Geldprämien für Organspenden ab. Nur sechs Prozent würden sich aus finanziellem Grund als Organspender registrieren lassen, ergab eine Umfrage des Emnid-Instituts. (Ärzte Zeitung, 20.01.2003). "Eine Gesellschaft, die es zulassen würde, Organe zu verkaufen, wäre zutiefst inhuman", sagte der ehemalige Gesundheitsminister Horst Seehofer ("Organe gegen Geld", 29.01.03 ARD).
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In Bayern wird die wertvolle aber auch arbeitsintensive Tätigkeit der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern per Gesetz vorgeschrieben und angemessen vergütet. Im Jahr 2002 sei dadurch die Zahl der Organspenden von Verstorbenen um 10% auf 180 angestiegen (Ärzte Zeitung, 24.02.2003).
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Prof. Axel Haverich, Transplantations-Chirurg und Pionier auf dem Gebiet der isolierten Lungentransplantation wurde am 19.November 2002 mit dem niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet, der mit 35.000 Euro dotiert ist. Haverich hat eine Vision: Er will im Reagenzglas Spenderorgane züchten, die nicht abgestoßen werden. Hier könnte die umstrittene Stammzellenforschung helfen, zumindest müsse man erforschen können, wie diese Hilfe möglich wäre. An der Medizinsichen Hochschule Hannover hat er das Leibniz-Forschungszentrum für Biotechnologie und künstliche Organe etabliert (Hannoversche Allgemeine 16.11.02, Ärztezeitung 27.11.02)
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Amerikanische Wissenschaftler haben eine künstliche Lunge einem Schaf implantiert, das damit eine Woche überlebte. Die Forscher sind optimistisch, das Gerät bald auch bei schwer lungenkranken Patienten zur Überbrückung der Wartezeit auf eine Transplantation einsetzen zu können, wie die Netzeitung am 14.Juni 2002 berichtete. Die künstliche Lunge besteht aus einer Kammer, in die Hohlfasern ragen, die vom Blut umspült werden. Die Fasern haben feinste Poren, über die das Blut Sauerstoff anreichern und Kohlendioxid abgeben kann. Der künstliche Atemersatz ist so klein, dass er in den Körper implantiert werden kann. Das Herz durchspült sowohl die körpereigene, als auch die künstliche Lunge.
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780 Transplantationen in Deutschland verzeichnete die Deutsche Stiftung für Organtransplantationen im Jahr 2000. Nach einem Jahr leben noch über 80 Prozent der Patienten, nach fünf Jahren noch etwa 60 Prozent. In Deutschland erhielten im Jahr 2000 158 Patienten zwei neue Lungenflügel. Das erste Jahr nach der Lungentransplantation überleben allerdings nur rund 70 Prozent der Patienten, wie die Bonner Rundschau am 31.01.2001 berichtete.
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Paula Aurora berichtet in der FAZ vom 05.01.2000 von einer Studie an 124 britischer CF-Kindern die auf Transplantations-Warteliste standen. Mehr als die Hälfte starben, bevor sie operiert werden konnten. Von den transplantierten Kindern lebten nach einem Jahr drei Viertel, nach fünf Jahren ein Drittel. Da die Lebenserwartung der Kinder zu Beginn auf weniger als zwei Jahre geschätzt wurde, können Kinder mit fortgeschrittener Mukoviszidose von der Transplantation profitieren. Ein solcher Eingriff sollte daher immer in Betracht gezogen werden.
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Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) untersuchte in einer Rückblick-Studie den Erfolg ihrer Lungentransplantationen bei CF (Arztezeitung 18.06.99). In den vergangenen 10 Jahren bekamen 54 CF-Patienten eine neue Lunge, 65% von ihnen haben mit dem Organ länger als fünf Jahre gelebt. Z.Zt. werden 36 Patienten nachbetreut, davon haben mehr als die Hälfte keine Einschränkung der Lungenfunktion. Das Anmeldealter zur Transplantation lag im Durchschnitt bei 27 Jahren. Die Wartezeit bis zur Transplantation dauerte im Mittel 13 Monate. Hauptproblem neben dem Ausfall des Transplantats sei die Abstoßungsreaktion, die etwa jedem zweiten Patienten nach vier Jahren Probleme macht. Bisher 21 CF-Patienten mussten nach akuter oder chronische Abstossung erneut transplantiert werden.
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Die Hannoversche Zeitung berichtet am 10.02.99 von einem Durchbruch bei der Lungentransplantation: Zur Anpassung der Spenderlunge an den Empfänger kann die Lunge durch Entfernen eines oder mehrerer Lungenlappen verkleinert werden. Im vergangenen Jahr haben die Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vier Mukoviszidose-Patienten im Alter zwischen 16 und 25 Jahren eine derart verkleinerte Lunge eingepflanzt. An der MHH warteten lt. Prof. Axel Haverich z.Zt. 80 bis 90 Patienten auf eine neue Lunge, 20 bis 30 Prozent würden sterben, bevor ein passendes Organ gefunden werde. Die Wartezeit betrage rund ein bis zwei Jahre.
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Erstmals in Westeuropa wurde an der MHH eine kombinierte Lungen- und Lebertransplantation erfolgreich durchgeführt. Der 30-jährige Patient hat neben der Mukoviszidose eine chronische Leberentzündung, wie die Berliner Morgenpost vom 08.06.99 und fünf weitere Tageszeitungen berichteten.